
Die richtige Route zu wählen, bedeutet den Unterschied zwischen dem Genuss jeder Etappe … oder mehr zu leiden, als nötig. Hier findest du einen klaren und nützlichen Leitfaden – mit echten Informationen, praktischen Tipps und Lösungen – um zu entscheiden, welche Route am besten zu deiner körperlichen Verfassung, deinem Alter und deiner verfügbaren Zeit passt.
Índice de contenidos
- 1 Bevor du entscheidest: Faktoren, die wirklich zählen
- 2 Hauptwege: Profil, für wen sie geeignet sind und wie man sie einteilt
- 3 Welche Route passt zu deinem Alter und deiner körperlichen Verfassung? (mit nützlichen Tipps)
- 4 Planungstipps, die dir Probleme ersparen
- 5 Abschließende Checkliste für eine kluge Entscheidung
- 6 Beispiele für ideale Kombinationen
Bevor du entscheidest: Faktoren, die wirklich zählen

Gesamtdistanz und Kilometer pro Tag
Bestimme, wie viele Tage du zur Verfügung hast und wie viele Kilometer du bequem pro Tag gehen kannst. Als grobe Orientierung:
- Französischer Weg (Saint-Jean–Santiago): ca. 790 km.
- Nördlicher Weg (Irún–Santiago): ca. 820 km.
- Primitivo (Oviedo–Santiago): ca. 313 km.
- Portugiesischer Zentralweg (Porto–Santiago): ca. 240 km;
-
- über die Küste: ca. 260–280 km.
- Englischer Weg (Ferrol–Santiago): ca. 119–120 km.
- Sanabrés (Granja de Moreruela–Santiago): ca. 370 km.
- Winterweg (Ponferrada–Santiago): ca. 239–260 km.
- Finisterre/Muxía (Nachwort ab Santiago): ca. 90 km bis Fisterra; ca. 86 km bis Muxía; ca. 115–120 km, wenn du beide Orte besuchst.
Empfohlener Tagesdurchschnitt: 18–24 km/Tag (15–20 km, wenn du Anfänger bist; 22–28 km, wenn du trainiert bist und das Gelände es zulässt).
Die letzten 100 km (empfohlene Startpunkte):
- Französischer Weg: Camino Francés ab Sarria (≈111–116 km).
- Nördlicher Weg: Camino del Norte ab Vilalba (≈122 km).
- Primitivo: Camino Primitivo ab Lugo (≈98–100 km; gültig für die Compostela).
- Portugiesischer Zentralweg: Camino Portugués ab Tui (≈116–117 km).
- Portugiesischer Küstenweg: Camino Portugués entlang der Küste ab A Guarda (≈140 km).
- Sanabrés: Camino ab Ourense (≈103–111 km, je nach Strecke).
Nützlicher Tipp: Lass deinen Pilgerausweis zu Beginn und am Ende jeder Etappe stempeln; in ländlichen Gegenden kannst du den Stempel in Bars, Kirchen oder Rathäusern bekommen. In den letzten Etappen werden meist zwei Stempel pro Tag empfohlen, um spätere Probleme zu vermeiden.
Höhenunterschiede und Schwierigkeitsgrad
Die Anstrengung hängt nicht nur von der Distanz ab. Routen wie der Primitivo oder der Nordweg haben viele Auf- und Abstiege, die Beine und Gelenke belasten. Der Portugiesische Weg (sowohl zentral als auch entlang der Küste) ist meist sanfter, mit Ausnahme einiger Pässe wie der Portela da Labruja.
Gelände und Klima
- Kantabrische Küste: grün und feucht; der Untergrund kann rutschig sein.
- Kastilische Hochebene: lange, gerade Abschnitte, viel Sonne und Hitze im Sommer.
- Galicien: waldreiche Wege, bei Regen matschig, mit kurzen, aber steilen Anstiegen.
Wähle Frühling oder Herbst für milde Temperaturen und weniger Andrang.
Infrastruktur
Die Beschilderung ist auf allen Hauptwegen zuverlässig. Der Französische und der Portugiesische Weg bieten die größte Auswahl an Unterkünften, Restaurants und Transportmöglichkeiten; der Nordweg und der Primitivo haben sich verbessert, doch die Abstände zwischen den Services können größer sein.
Persönliche Logistik
Rucksackgewicht (idealerweise ≤10 % deines Körpergewichts), eventuelle Beschwerden (Knie, Hüfte, Fußsohle), Bedarf an kurzen Etappen und Vorliebe für Gebiete mit guter Zug-/Busanbindung.
Hauptwege: Profil, für wen sie geeignet sind und wie man sie einteilt

Französischer Weg
- Warum ihn wählen: Er ist der Klassiker – abwechslungsreich und gesellig. Du findest historische Dörfer, eine lebhafte Pilgeratmosphäre und ein dichtes Netz an Unterkünften.
- Schwierigkeit: mittel. Kombination aus sanften Etappen und einigen Bergetappen zu Beginn (Pyrenäen) und in Galicien.
- Für wen: Für Menschen, die kulturelle Aspekte schätzen und die Sicherheit häufiger Services bevorzugen. Ideal, wenn du in Abschnitten gehen möchtest: Navarra–Rioja, Hochebene, Galicien oder nur die „letzten 100 km“ ab Sarria.
- Empfohlenes Tempo: 20–25 km/Tag, wenn du Erfahrung hast; 15–20 km/Tag für Einsteiger.
Nördlicher Weg
- Warum ihn wählen: Wilde Natur, Küstenausblicke und Fischerorte. Weniger überlaufen als der Französische Weg in vielen Zeiträumen.
- Schwierigkeit: mittel bis hoch, aufgrund der ständigen Höhenunterschiede und teils harten Böden.
- Für wen: Für Wanderer mit einer gewissen Grundkondition, die die Küste, die Brise und anspruchsvollere Etappen mögen.
- Empfohlenes Tempo: 18–25 km/Tag, je nach Erfahrung. Plane 1–2 Ruhetage ein, wenn du die gesamte Strecke machen möchtest.
Primitiver Weg
- Warum ihn wählen: Berge, Authentizität und ländliche Landschaften. Anspruchsvolle, aber charmante Etappen.
- Schwierigkeit: hoch. Lange Anstiege und Abfahrten, die ohne Stöcke belastend sein können.
- Für wen: Für gut trainierte Pilger oder Sportler, die eine Herausforderung suchen.
- Empfohlenes Tempo: 15–22 km/Tag, je nach Höhenprofil. Setze auf Schuhe mit guter Dämpfung und rutschfester Sohle.
Portugiesischer Weg (Zentral und entlang der Küste)
- Warum ihn wählen: gut zugänglich, klar ausgeschildert und mit schönen Orten in angenehmem Rhythmus.
- Schwierigkeit: gering bis mittel. Der Zentralweg hat vereinzelt steilere Abschnitte; der Küstenweg ist sanfter, mit Holzstegen und Promenaden in mehreren Etappen.
- Für wen: Für Einsteiger, Familien und alle, die Kultur, Gastronomie und moderate Etappen kombinieren möchten.
- Empfohlenes Tempo: 18–24 km/Tag. Ideal für eine erste vollständige Erfahrung ab Porto.
Spirituelle Variante des Portugiesischen Weges
La spirituelle Variante des Portugiesischen Weges beginnt in Vigo und fügt mit der Überfahrt über die Arousa-Mündung und den Fluss Ulla (Traslatio) eine wunderschöne symbolische Komponente hinzu. Sie wird in der Regel in 3–4 zusätzlichen Etappen durchgeführt.
- Für wen: Für alle, die eine gemischte Land-Meer-Erfahrung und ein bedeutungsvolles Ende suchen.
Englischer Weg
- Warum ihn wählen: kompakt (5–6 Tage ab Ferrol), grün und ruhig.
- Schwierigkeitsgrad: mäßig. Ideal, wenn du nicht mehr als eine Woche Zeit hast.
- Für wen: Einsteiger, die den Jakobsweg ausprobieren möchten, ohne zu viel Zeit zu investieren, oder Pilger mit begrenztem Zeitrahmen.
Vía de la Plata und Sanabrés-Weg
- Warum wählen: Weite Landschaften, römisches Erbe und ein Gefühl der Ruhe.
- Schwierigkeitsgrad: unterschiedlich; die Vía de la Plata ist lang und im Sommer heiß, während der Sanabrés zwischen sanften und anspruchsvolleren Tagen wechselt.
Fisterra und Muxía
Warum gehen: Die Weiterreise bis zum „Ende der Welt“ verleiht dem Weg einen emotionalen Abschluss am Atlantik.
Schwierigkeitsgrad: mäßig; plane 3–4 zusätzliche Tage ein.
Für wen: Für alle, die sich gut fühlen und die Reise verlängern möchten.
Welche Route passt zu deinem Alter und deiner körperlichen Verfassung? (mit nützlichen Tipps)

Wenn du gerade erst anfängst oder nach einer Pause wieder startest
- Zentraler Portugiesischer Weg ab Porto: Ausgewogene Etappen, häufige Ortschaften und regelmäßige Dienstleistungen. Ermöglicht es, Tagesetappen zwischen 18 und 24 km anzupassen. Außerdem ist es nicht nötig, bis nach Compostela zu gehen. Als erste Annäherung ist der Jakobsweg von Porto nach Tui sehr zugänglich.
- Englischer Weg (Ferrol–Santiago): 5–6 Etappen. Perfekt, um es auszuprobieren, ohne dich zu überfordern.
- Abschnitte des Französischen Weges in Galicien: Wenn du Pilgeratmosphäre und gute Logistik mit moderaten Steigungen suchst.
Praktischer Tipp: Wechsle 3–4 Wandertage mit 1 Ruhetag ab, beginne mit 15–20 km und erhöhe die Distanz, wenn du dich gut fühlst.
Familien mit Kindern und Jugendlichen
- Portugiesischer Küstenweg: angenehmer Spaziergang, Stege und Meerblick; ideal, um Strandspiele und Dörfer mit Service zu kombinieren.
- Französischer Weg (einfache Abschnitte): zahlreiche familiengeführte Unterkünfte und Ruhebereiche.
Praktische Lösung: Etappen von 12–18 km, Picknick am späten Vormittag und Puffer für Unvorhergesehenes. Nimm Sonnencreme und leichte Windschutzkleidung mit.
Seniorenpilger (60+)
- Zentralportugiesischer Weg oder Ourense–Santiago (Sanabrés) – ausgewogen in Kilometern und Serviceangeboten.
- Englischer Weg, wenn ihr eine kurze, aber authentische Route bevorzugt.
Praktische Lösung: Stöcke zur Entlastung bei Abstiegen, leichte Kompressionsstrümpfe und gleichmäßiges Tempo (12–18 km am Anfang).
Sportliche Pilger und alle, die eine Herausforderung suchen
- Primitivo oder Nordweg zum Trainieren von Ausdauer und Höhenmetern.
- Kompletter Französischer Weg oder Vía de la Plata, wenn dich eine große Wanderung motiviert.
Praktische Lösung: Periodisiere dein Training – plane 1–2 Etappen mit über 30 km, achte auf Ernährung (Kohlenhydrate + Elektrolyte) und gönne dir nach anstrengenden Tagen ausreichend Erholung.
Planungstipps, die dir Probleme ersparen
- Definiere dein „nachhaltiges Tempo“. Die meisten genießen zwischen 18 und 24 km pro Tag. Wenn du unsicher bist, starte mit weniger. Ziel ist, am Nachmittag noch Lust auf einen Spaziergang zu haben – nicht, schon um fünf Uhr im Bett zu liegen.
- Teile und siege. Lange Routen lassen sich in mehreren Reisen absolvieren. Zum Beispiel kannst du beim Französischen Weg zunächst Navarra–Rioja gehen, Monate später auf der Hochebene fortsetzen und schließlich in Galicien beenden.
- Schone Füße und Gelenke.
- Bereits eingelaufene Schuhe, Funktionssocken und Vaseline an Reibestellen.
- Wanderstöcke zur Entlastung der Knie beim Abstieg und zur Verbesserung der Haltung beim Aufstieg.
- Grunddehnübungen (Waden, hintere Oberschenkel, Quadrizeps, Gesäß) nach dem Marsch.
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- Leichter Rucksack – Denke in Schichten (Funktionsshirt, leichter Fleece, Regenjacke), Wasser, Nüsse und eine kleine Reiseapotheke (Compeed, elastische Binden, entzündungshemmende Medikamente, falls vom Arzt empfohlen). Halte das Gewicht unter 10 % deines Körpergewichts. Du kannst auch auf spezialisierte Agenturen für den Camino de Santiago Reise zurückgreifen, die dein Gepäck transportieren.
- Klima und Jahreszeit
- Frühling und Herbst: milde Temperaturen und weniger Andrang.
- Sommer: Trinke ausreichend, starte früh und schütze Kopf und Nacken.
- Winter: kurze Tage, Matsch und Kälte; erwäge den Winterweg oder kürzere Etappen.
- Tägliche Logistik. Frühstücke gut, mache am Vormittag eine Pause zum Auffüllen von Salzen, und nimm dir nach dem Ziel 15–20 Minuten Zeit zum Dehnen und Prüfen beginnender Blasen. Vorbeugen ist besser als heilen.
Abschließende Checkliste für eine kluge Entscheidung
Tatsächlich verfügbare Zeit
5–6 Tage, 10–12 oder ein Monat? Bevor du deine Route wählst, sei dir klar, wie viele Tage du dem Camino widmen kannst.
- Wenn du weniger als eine Woche Zeit hast, wähle kurze Abschnitte wie den Portugiesischen Weg ab Tui oder den Englischen Weg ab Ferrol. Beide ermöglichen dir, Santiago zu erreichen und die Mindestdistanz für die Compostela zu erfüllen.
- Wenn du 10 bis 15 Tage hast, bieten sich mittlere Routen an, etwa der Portugiesische Küstenweg oder der Camino Primitivo.
Und wenn du einen Monat oder mehr Zeit hast, kannst du eine komplette Route von ihrem Ursprung aus gehen – z. B. den Französischen Weg ab Saint-Jean-Pied-de-Port.
Etappenlänge, die du bequem bewältigst
Beurteile ehrlich deine Fitness. 15 km in flachem Gelände sind nicht dasselbe wie 25 km mit Steigungen oder unter der galicischen Sonne.
Die ideale Durchschnittsdistanz für die meisten Pilger liegt zwischen 20 und 25 km täglich, kann aber an die eigene Kondition angepasst werden. Wenn du Anfänger bist, plane zunächst kürzere Etappen und steigere dich allmählich.
Denke daran: Ein gleichmäßiges Tempo und regelmäßige Pausen sind effektiver als der Versuch, „so schnell wie möglich anzukommen“. Zu viel Ehrgeiz in den ersten Tagen kann dir den restlichen Camino mit Blasen oder Überlastungen verderben.
Höhenprofil: sanft oder bergig?
Wähle deine Route nach deiner Kondition und Vorliebe für Berge.
Wenn du sanfte Wege bevorzugst, entscheide dich für mäßige Strecken wie den Portugiesischen, den Englischen oder den Weg nach Finisterre. Wenn dich Herausforderungen und wilde Natur reizen, bieten der Camino Primitivo oder der Nördliche Weg spektakuläre, aber anspruchsvolle Aufstiege. Einige Etappen haben über 1000 m Höhenunterschied.
Im Allgemeinen sind die Küsten- und portugiesischen Inlandrouten gelenkschonender, während Gebirgsstrecken mehr Vorbereitung und gutes Schuhwerk erfordern.
Erwartetes Wetter und passende Ausrüstung
Das Wetter beeinflusst das Erlebnis vollständig.
- Im Frühling und Herbst sind die Temperaturen mild und die Routen weniger überlaufen, obwohl es im Norden Portugals und in Galicien regnen kann.
- Im Sommer sind die Tage lang, aber Hitze und Pilgerandrang nehmen zu, besonders auf dem Französischen Weg. Wenn du in dieser Zeit gehst, nimm Sonnenschutz, Mütze und ausreichend Wasser mit.
- Im Winter können einige Wege matschig, neblig oder mit geschlossenen Herbergen sein – plane Alternativen. In jedem Fall: Regenjacke, atmungsaktive Kleidung, wasserdichte Schuhe und Stöcke für rutschige Abstiege.
Benötigte Infrastruktur: für Erstpilger Routen mit gutem Service
Wenn du den Camino zum ersten Mal machst, wähle gut ausgestattete Wege mit häufigen Unterkünften, Bars und Apotheken. Der Französische Weg und der Portugiesische Weg sind die empfehlenswertesten, da du alle paar Kilometer Übernachtungs- oder Essmöglichkeiten findest.
Andere Varianten, wie der Sanabrés oder der Nördliche Weg, können einsamere Abschnitte mit weniger Infrastruktur haben – hier ist Vorausplanung wichtig.
Plan B für schlechte Tage: kürzere Etappen, Pause oder lokaler Transport
Nicht jeder Tag wird gleich sein. Es kann regnen, du kannst dich verletzen oder einfach Ruhe brauchen. Deshalb ist ein flexibler Plan B wichtig. Informiere dich über öffentliche Verkehrsmittel zwischen Orten: viele Abschnitte haben Busse oder lokale Taxis, mit denen du einen Teil überspringen kannst, ohne die Route aufzugeben.
Eine andere Möglichkeit ist, eine lange Etappe auf zwei Tage zu verteilen oder in einem Zwischenort zu übernachten. Wie bereits erwähnt, kannst du auch Gepäcktransportdienste nutzen, wenn dich das Gewicht einschränkt. Auf den Körper zu hören ist entscheidend: rechtzeitig einen Ruhetag einzulegen ist besser, als zu übertreiben und abbrechen zu müssen.
Beispiele für ideale Kombinationen
- Erstes Erlebnis (7–9 Tage): Porto–Valença/Tui über den Zentralportugiesischen Weg, Etappen von 18–22 km.
- Eine freie Woche mit wenig Steigung: Englischer Weg ab Ferrol.
- 10–12 Tage Herausforderung mit Küste: Portugiesischer Küstenweg ab Porto.
- Berge und Authentizität (10–14 Tage): Primitivo ab Oviedo.
- Letzte 100 km bequem: Sanabrés oder Französischer Weg ab Sarria.
Es gibt keinen universell „besten Weg“. Es gibt den Weg, der jetzt am besten zu dir passt – je nach Fitness, Alter und verfügbarer Zeit. Beginne mit einer Route, die dir Sicherheit gibt, überlaste dich anfangs nicht und denke daran: Diese Erfahrung ist eine persönliche Pilgerreise, kein Wettlauf.





