
Der Winterweg ist eine Jakobsweg-Route, die in Ponferrada beginnt. Sie führt nach Galicien und folgt dabei weitgehend dem Flusskorridor des Sil durch Regionen wie Valdeorras und die Ribeira Sacra, bis sie in Lalín/A Laxe auf die Route trifft, die nach Santiago weiterführt.
Seine historische Identität lässt sich im Kontrast zum Französischen Weg verstehen: In der Winterzeit bot die Route ein niedriger gelegenes Itinerar, das den Aufstieg zu den verschneiten Gipfeln von O Cebreiro vermied und so das mit der Bergwetterlage verbundene Risiko reduzierte.
Heute ist er weiterhin wenig frequentiert (was Pilger anzieht, die Ruhe suchen), aber gut ausgeschildert und mit einem starken landschaftlich-kulturellen Profil: Las Médulas, Weinberge, romanisches Erbe und Aussichtspunkte im Binnenland.
Índice de contenidos
- 1 Was du vor der Pilgerung wissen solltest
- 2 Geschichte, Verlauf und winterliche Motivation
- 3 Empfohlene Etappen des Winterwegs 2026
- 4 Sehenswürdigkeiten und wichtige Services
- 4.1 Ponferrada und die Templerburg: ein mittelalterlicher Auftakt
- 4.2 Las Médulas: die römische Landschaft, die den ersten Abschnitt prägt
- 4.3 Der Flusskorridor des Sil: Tal, Hänge und die Ästhetik des Binnenflusses
- 4.4 Valdeorras und die Tore der Ribeira Sacra: Weinberge, Stein und Binnenkultur
- 4.5 Montefurado: ein greifbarer Beweis der römischen Vergangenheit
- 4.6 Monforte de Lemos und das Binnenherz: Stadtgeschichte und monumentale Präsenz
- 4.7 Belesar-Krümmungen und die visuelle Ribeira Sacra: Flussschleifen, Terrassen und natürliche Aussichtspunkte
- 4.8 Serra do Faro und Nosa Señora do Faro: das symbolische Dach des Camino
- 4.9 Deza, Lalín und der Weg nach Santiago: Übergang zu einem stärker jakobäischen Finale
- 5 Vergleich mit anderen Jakobswegen
- 6 Praktische Empfehlungen für Pilger 2026
Was du vor der Pilgerung wissen solltest
Um die Route in den kalten Monaten realistisch zu planen, solltest du drei Fakten berücksichtigen:
- Es gibt keine universelle „offizielle“ Etappenliste.
- Im Winter sind weniger Dienste geöffnet und die logistische Unsicherheit ist größer.
- Die Route beinhaltet Punkte mit erheblicher Höhe (die Serra do Faro liegt bei ca. 1.153 m, höchster Punkt der Strecke) sowie Gebiete, die anfällig für starke Regenfälle und punktuelle Überschwemmungen sind.
Dieser Text ist ausschließlich informativ. Mundiplus bietet derzeit keine Betreuung für den Winterweg. Unser Ziel ist ausschließlich, Informationen zu dieser Alternative bereitzustellen. Wenn du das Erlebnis mit uns genießen möchtest, laden wir dich ein, unsere alternativen Jakobsweg-Routen zu prüfen.
Geschichte, Verlauf und winterliche Motivation

Tatsächlich kann der Winterweg als „natürlicher Eingang nach Galicien“ von der Meseta betrachtet werden und weist einen Ursprung aus der römischen Zeit auf: Es ist eine sekundäre Straße dokumentiert, die mit den Goldminen von Las Médulas verbunden war, als Beweis dient der römische Tunnel von Montefurado.
Diese Quelle fügt spätere historische Schichten hinzu. Die Route wurde im Laufe der Zeit von verschiedenen Völkern genutzt: Anfang des 19. Jahrhunderts diente sie als Einfallstraße für die Truppen von Napoleon Bonaparte. Später fungierte sie als Korridor für die erste Eisenbahnstrecke, die Galicien 1883 mit dem Rest der Iberischen Halbinsel verband.
Wie bereits erwähnt, steht der Begriff „Winter“ für die praktische Logik, einen kritischen Punkt des Französischen Weges zu umgehen: den Aufstieg von O Cebreiro bei Schneebedingungen. So erklären es sowohl zeitgenössische Führer als auch Jakobus-Organisationen. Es ist eine Möglichkeit, den Pass/Gipfel des Cebreiro nicht in der härtesten Winterzeit zu erklimmen, sondern in den Schutz der Flusstäler vorzurücken.
Institutionell anerkannt, kündigte die Xunta de Galicia 2016 das Inkrafttreten des Kulturerbe-Gesetzes an, das den Winterweg offiziell als Pilgerroute einstuft. Er wird hervorgehoben als der einzige Weg, der alle vier galicischen Provinzen durchquert, mit einem markierten Verlauf von etwa 210 km auf galicischem Gebiet (institutionelle Angabe) und Durchquerung von Regionen wie Valdeorras und Deza.
Die Route beträgt ca. 260–270 km ab Ponferrada, unter Berücksichtigung kleiner Abweichungen durch Umleitungen, Bauarbeiten oder ökologische Alternativen (z. B. Variante über die Serra da Enciña da Lastra).
Zusammengefasst für Pilger (ungefähre Reihenfolge der wichtigsten Punkte): Ponferrada → Las Médulas → O Barco de Valdeorras → A Rúa de Valdeorras → Quiroga → A Pobra do Brollón → Monforte de Lemos → Chantada → Rodeiro → Lalín → Silleda → Outeiro (Vedra) → Santiago de Compostela.
Empfohlene Etappen des Winterwegs 2026
Die Etappen des Winterwegs sind kein Dogma: Das Jakobus-Ökosystem bietet unterschiedliche „Aufteilungen“. Wir schlagen eine mittlere Route vor. In der folgenden Tabelle ist ein Vorschlag für 12 Tagesetappen zusammengefasst:
- Tag 1: Ponferrada → Las Médulas (28 km)
- Tag 2: Las Médulas → O Barco de Valdeorras (27 km)
- Tag 3: O Barco de Valdeorras → A Rúa de Valdeorras (13 km)
- Tag 4: A Rúa de Valdeorras → Quiroga (28 km)
- Tag 5: Quiroga → A Pobra do Brollón (23 km)
- Tag 6: A Pobra do Brollón → Monforte de Lemos (13 km)
- Tag 7: Monforte de Lemos → Chantada (30 km)
- Tag 8: Chantada → Rodeiro (25 km)
- Tag 9: Rodeiro → Lalín (22 km)
- Tag 10: Lalín → Silleda (16 km)
- Tag 11: Silleda → Outeiro (Vedra) (24 km)
- Tag 12: Outeiro (Vedra) → Santiago de Compostela (17 km)
Varianten und praktische Anpassungen vor Ort
Der Winterweg enthält historische Varianten und „Mikroentscheidungen“, die Kilometer, Zeit und Sicherheit beeinflussen können:
- Eine relevante Gabelung erscheint nach Santalla (bereits in der ersten Etappe: hier gibt es „zwei mögliche Alternativen“, die sich wieder in der Nähe der Burg Cornatel (Alto de Ferreiros) vor dem Abstieg nach Las Médulas treffen).
- Die deutlichste Variante (nützlich, um zu verstehen, warum man vorher die Karte prüfen sollte) tritt in der zweiten Etappe auf: Pilger können in Quereño zur Serra da Enciña da Lastra abweichen. Das sind 14 km mehr als entlang des Sil-Ufers, beide Optionen treffen jedoch in O Barco de Valdeorras wieder zusammen.
- In der fünften Etappe ab Quiroga gibt es die Möglichkeit, über „San Clodio, Ribas de Sil“ zu gehen und nach der Brücke wieder auf die Route zu stoßen.
- Wie man sieht, ist die Etappe Monforte–Chantada ziemlich lang. Außerdem gibt es wenige Zwischenservices. Sie kann jedoch verkürzt werden, indem man in Diomondi übernachtet. Tatsächlich verbleiben von Chantada aus etwa 103 km bis Santiago, sodass dieser Punkt auch als Ausgangspunkt dienen kann.
Sehenswürdigkeiten und wichtige Services
Ein großer Vorteil des Winterwegs ist seine Dichte an Kultur- und Landschaftserbe in relativ wenigen Tagen: vom Bierzo bis ins Binnenland Galiciens am Sil, die Ribeira Sacra und schließlich die Ankunft in Santiago de Compostela. Im Folgenden eine Orientierung zu den interessantesten Punkten.
Ponferrada und die Templerburg: ein mittelalterlicher Auftakt

Der Start in Ponferrada versetzt dich sofort in eine kraftvolle Szenerie: Die Stadt bewahrt eine Atmosphäre historischer Grenzlage zwischen Wegen, Flüssen und Zugängen nach Galicien.
Das große Highlight ist die Templerburg, eine komplexe Festung (in mehreren Bauphasen und Renovierungen), die als „narratives Tor“ des Weges fungiert: Man startet mit einem klaren mittelalterlichen Bild im Kopf, das Kontext für die folgende Strecke gibt. Selbst ohne Eintritt hilft es, die Burg zu sehen und zu umrunden, um zu verstehen, warum das Bierzo ein strategisches Gebiet war. Außerdem erfordert dieser Punkt keinen Umweg: er ist in den Beginn der Pilgerroute integriert.
Las Médulas: die römische Landschaft, die den ersten Abschnitt prägt

Wenn du nur einen „ikonischen“ Punkt des Winterwegs wählen müsstest, wären es Las Médulas. Diese Landschaft, Ergebnis des römischen Goldabbaus, hat etwas, das Pilger besonders schätzen: Es ist kein isoliertes Denkmal, sondern ein gesamtes durch die Geschichte geprägtes Territorium.
Der Kontrast zwischen rötlichen Tönen, Kastanienfarben und markanten Konturen macht den Ort selbst bei grauem Himmel wiedererkennbar. Außerdem passt er sehr gut zum Geist des Camino de Invierno: eine Route im Landesinneren, die von Rom, Bergbau und historischen Wegen „erzählt“, nicht nur von Kathedralen oder großen Städten.
Der Flusskorridor des Sil: Tal, Hänge und die Ästhetik des Binnenflusses
Vom Bierzo aus in Richtung Galicien folgt der Verlauf dem Fluss Sil als verbindendem Element. Das merkt man beim Gehen: Abschnitte mit offenem Tal wechseln sich ab mit engeren Passagen entlang von Hängen und Flussbiegungen, sodass das Wandern fast zu einer „geografischen Erfahrung“ wird – man liest das Gelände beim Voranschreiten.
Das Interessante hier ist kein einzelner Ort mit Namen, sondern das Gefühl eines natürlichen Korridors: Flussufer, Brücken, lange Blicke über das Wasser und Lichtwechsel bei bedecktem Himmel. An kalten Tagen bietet dieser Abschnitt eine sehr spezifische Schönheit: die des nüchternen, feuchten und stillen Landschaftsbildes.
Valdeorras und die Tore der Ribeira Sacra: Weinberge, Stein und Binnenkultur
Beim Betreten von Regionen wie Valdeorras und der Annäherung an das Universum der Ribeira Sacra beginnt der Camino, eine seiner stärksten Identitäten zu zeigen: ein über Jahrhunderte bearbeitetes Gebiet. Hänge mit Weinbergen, Steinmauern, kleine Dörfer und eine Landschaft, die „Menschliches“ mit „Rauem“ verbindet, tauchen auf.
Es ist weniger ein Abschnitt mit großen „Postkarten“-Denkmälern als vielmehr verstreutem Kulturerbe: Kapellen, Wegkreuze, alte Kopfsteinpflasterstraßen an einigen Stellen und Aussichten, die man sich durch Gehen verdient.
Montefurado: ein greifbarer Beweis der römischen Vergangenheit
Auf dem Camino de Invierno bleibt die römische Verbindung nicht nur ein historischer Absatz: sie ist greifbar im römischen Tunnel von Montefurado. Dieser Punkt eignet sich hervorragend als kultureller Halt, da er konkret und leicht verständlich ist: man steht vor einem Bauwerk, das auf alte Ingenieurskunst und die Beziehung zwischen Territorium und Ressourcennutzung verweist.
Auf einer Route, die Nebenstraßen und Bergbauverbindungen betont, fungiert Montefurado als „Steinargument“: Es erinnert daran, dass dieser Weg, bevor er zu einem Jakobsweg wurde, ein funktionaler Korridor war.
Monforte de Lemos und das Binnenherz: Stadtgeschichte und monumentale Präsenz

Der Durchgang durch Monforte de Lemos bringt einen Wechsel des Registers: von eher ländlichen und flussnahen Abschnitten zu einer Szenerie mit dichterer Historie. Hier liegt das Interesse im Charakter als Kern des Binnenlandes mit Zeitschichten: Galicien ist auch das, nicht nur Küste oder große Kathedralen. Je nach geplanter Tagesetappe bekommt der Camino hier einen eher „städtischen“ und monumentalen Ton, mit Räumen, die dazu einladen, den Blick zu heben und die Stadt als Teil der Reise zu lesen.
Belesar-Krümmungen und die visuelle Ribeira Sacra: Flussschleifen, Terrassen und natürliche Aussichtspunkte

Im Abschnitt der Ribeira Sacra ist einer der Namen, der die Landschaftserfahrung am besten zusammenfasst, die Belesar-Krümmungen: Flussschleifen, terrassierte Weinberge und eine Hangästhetik, die durch ihre Vertikalität beeindruckt.
Hier geht es nicht um „Weintourismus“, sondern um die Beobachtung des heroischen Weinbergs als Teil des Territoriums: Steigungen, die erklären, warum das galicische Binnenland physisch anspruchsvoll sein kann. Ein besonders fotogener Punkt, ja, aber auch eine Erinnerung daran, dass der Camino de Invierno Abschnitte hat, die sanft sind, und andere, in denen das Relief dominiert.
Serra do Faro und Nosa Señora do Faro: das symbolische Dach des Camino
Obwohl der Camino de Invierno als Alternative zur Vermeidung des Schnees in O Cebreiro entstand, ist er kein „flacher“ Weg. Der Durchgang durch die Serra do Faro stellt das höchste Niveau der Route dar und bietet eine der bergigsten Erfahrungen der Strecke.
Wir heben die Abzweigung zur Kapelle/Aussichtspunkt Nosa Señora do Faro hervor, mit einem Höhengefühl, das die Landschaft komplett verändert: der Horizont öffnet sich, das Licht wirkt anders, und der Weg bekommt einen eher „gebirgigen“ Ton, bevor es wieder sanftere Zonen gibt. Ein Abschnitt mit starker symbolischer Bedeutung: Nach mehreren Tagen im Tal fühlt sich das Erreichen der Höhe wie ein psychologischer Meilenstein an.
Deza, Lalín und der Weg nach Santiago: Übergang zu einem stärker jakobäischen Finale
Während man durch die Umgebung von Rodeiro, Lalín und Silleda voranschreitet, tritt der Camino in eine Übergangsphase ein: weniger episch flussnah, mehr „Ankunftskorridor“. Das Interesse liegt hier in der Annäherung: offenere Binnenlandschaften, Wechsel von Wäldern und ländlichen Bereichen, und das Bewusstsein, dass die Route ihrem Ende entgegengeht.
Zudem wird das Zusammentreffen mit bekannteren Routen in der Atmosphäre spürbar: ohne seine Identität zu verlieren, beginnt der Camino „nach Santiago zu riechen“.
Vergleich mit anderen Jakobswegen
Wer diesen Artikel sucht, um „die Alternative zum Camino Francés bei Kälte“ zu finden, sollte den Vergleich nach operativen Kriterien machen: Höhe, Wetterexposition, Dichte der Dienstleistungen und Erfahrungstyp (Menschenmassen vs. Einsamkeit).
Im Vergleich zum Camino Francés wird er genau als Variante vorgeschlagen, um den hohen, potenziell verschneiten Abschnitt in O Cebreiro zu vermeiden. Diese Motivation erscheint sowohl in der galicischen Institutionserzählung (Route auf niedriger Höhe des Sil-Beckens) als auch in referenzierten Jakobusbeschreibungen.
Im Gegenzug gibt es einen klaren Preis: die Route ist ab der Abzweigung in Ponferrada länger. Wer diese Option wählt, legt etwa 56 km mehr zurück als auf der französischen Route. Von Ponferrada aus benötigt man 11 Etappen (nicht die hier vorgeschlagenen 12), um Santiago zu erreichen, wenn man Mundiplus/de/ als Begleiter wählt.
Im Vergleich zu Küstenrouten bietet der Camino del Norte einen ganz anderen Rahmen.
Aus Sicht von Mundiplus/de/ kann man die Etappenplanung hier sehen: Route des Camino del Norte ab Gijón. Im Winter hält die Küste meist moderate Temperaturen, kann aber stärker von atlantischen Stürmen betroffen sein; der Camino de Invierno hingegen zeichnet sich durch Binnenfluss- und punktuelle Berglandschaften aus, mit weniger Pilgern und weniger Dienstleistungen. Für eine fundierte Entscheidung sollten drei Variablen gekreuzt werden: Unterkunftsverfügbarkeit, Bedarf an Transportunterstützung und Toleranz, bei Regen und Wind zu wandern.
Außerdem ist zu beachten, dass diese Route im Bereich Lalín–A Laxe mit dem Camino Sanabrés zusammenläuft und von dort das gleiche Santiago-Itinerar teilt. Das hat einen praktischen Effekt: aus Sicht der Dienstleistungen (Herbergen, Bars, Stempel) ist das Ende der Route meist „einfacher“ als der Mittelabschnitt durch Ribeira Sacra, da es in einen stärker frequentierten Jakobsweg-Korridor übergeht.
Wer Vergleiche mit Startpunkten auf dem Camino Francés zieht (Bahn-/Busverfügbarkeit, Vielfalt an Herbergen und ausgereifte Logistik), findet bei Mundiplus/de/ spezifische Guides für klassische Abschnitte wie den Camino de Santiago ab Logroño und den Camino de Santiago ab Burgos.
Vergleichend zeichnet sich diese Route stärker durch „Binnenlands-Erfahrung“ und bergbau-/romanisches Kulturerbe als durch Dienstleistungsdichte aus.
Praktische Empfehlungen für Pilger 2026
Die Wahl des Camino de Invierno „für die kalten Monate“ ist nicht nur eine Entscheidung wegen Schönheit oder Einsamkeit: es ist eine logistische Entscheidung. Nachfolgend konkrete Empfehlungen, gestützt auf offizielle Regeln (für Credencial/Compostela) und Routenwarnungen (für Sicherheit).
- Bezüglich der besten Zeit innerhalb der kalten Monate ist meist später Herbst oder Ende Winter/Frühjahr am ausgewogensten. In diesen Zeiten ist weniger los und das Wetter meist weniger extrem als mitten im Winter. Dennoch können Schneeeis-Episoden auftreten, die Tempo, Tagesplanung und Schuhwerk erfordern.
- Zur Ausrüstung: Kriterium ist „Schutz vor Wasser und Kälte“: Schichten (Basisschicht + Isolierung + Regenjacke), schnell trocknende Hose, dünne Handschuhe, Mütze/Schal und vor allem Schutz vor anhaltendem Regen. Auf langen Etappen oder mit wenigen Services empfiehlt es sich, Wasser und etwas Essen mitzunehmen, um nicht von geschlossenen Bars in der Nebensaison abhängig zu sein.
- Bezüglich Unterkünften hat der Camino de Invierno noch nicht die Dichte anderer beliebter Routen. Selbst institutionelle Quellen (Castilla y León) betonen, dass die Angebote für Pilger „noch nicht sehr zahlreich“ sind. Im Winter können einige Unterkünfte schließen oder verkürzte Öffnungszeiten haben. Empfehlung: nach Möglichkeit in kleinen Orten buchen und bei Unsicherheiten telefonisch am gleichen Tag bestätigen.
- Die Credencial ist sowohl für die Erfahrung als auch für die Zertifizierung unerlässlich. Das Pilgerbüro erklärt, dass die offizielle Credencial im Büro selbst oder bei autorisierten Institutionen (Pfarreien, Verbände, Herbergen, Bruderschaften…) erhältlich ist und Zugang zu Herbergen und Beantragung der Compostela ermöglicht.
- Bezüglich Stempeln gilt eine praktische Regel: Das Pilgerbüro erinnert an die Wichtigkeit von mindestens zwei Stempeln pro Tag in den letzten 100 km zu Fuß (und in den letzten 200 km mit dem Fahrrad). In bewohnten Etappen sollte das kein Problem sein, erfordert aber im Winter Disziplin, wenn weniger Orte geöffnet sind.
- Für die Compostela gilt offiziell: 100 km durchgehend zu Fuß oder zu Pferd (200 km mit Fahrrad) auf demselben offiziellen Weg Richtung Santiago, und die letzte Etappe muss mindestens die unmittelbar vor der Kathedrale liegende sein. Außerdem dürfen keine Routen innerhalb einer zertifizierten Pilgerung gemischt werden.
- Der Abholprozess ist auch 2026 relevant: Das Pilgerbüro gibt die Compostela persönlich und individuell aus, kostenfrei, und beim Eintreffen im Internationalen Empfangszentrum wird ein QR-gestütztes Register durchgeführt, nach dem ein Code und anschließend ein Ticket für den Zugangszeitpunkt ausgehändigt wird. Die Öffnungszeiten: 10–18 Uhr täglich, geschlossen am 25. Dezember und 1. Januar.
- Wer ein ergänzendes Dokument wünscht, kann beim Pilgerbüro das „Entfernungszertifikat“ erhalten, das Angaben wie Startdatum und -punkt, zurückgelegte Kilometer, Ankunftstag und Route registriert. Kosten, Format und Bedingungen können variieren, daher empfiehlt sich die Überprüfung direkt beim Büro oder auf der Website vor der Reise.
- Beim Transport gilt: Hin- und Rückfahrt mit Zeitpuffer planen: Ponferrada ist üblicher Startpunkt, die Route endet an einem größeren Knotenpunkt (Santiago), aber im Winter kann jedes Wetterereignis Verbindungen und Tempo beeinflussen.
- Auf der Route gibt es Abschnitte, wo Regen zu lokalen Überschwemmungen führen kann; daher tägliche offizielle Wettervorhersage prüfen und nachts nicht wandern.
- Schließlich eine „weiche Sicherheits“-Empfehlung, die auf diesem Camino besonders wertvoll ist: Track offline speichern und sich nicht nur auf andere Pilger verlassen. Die Route gilt als wenig frequentiert, und genau darin liegt ihr Reiz; diese Eigenschaft erfordert jedoch mehr autonome Planung.





